Stethoskop, Blatt, Kuli. Image by Darko Stojanovic from Pixabay

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Umgang mit Corona in Polen

Der Umgang in Polen mit der Covid-19-Pandemie ist beachtenswert. Sehen wir uns unser Nachbarland in Corona-Zeiten also einmal an: Betrachten wir staatliche Maßnahmen. Schauen wir auf die Reaktionen der Bevölkerung. Werfen wir einen Blick auf die Technologien. Versuchen wir zu antizipieren, wie das polnische Gesundheitssystem unter dieser plötzlichen, unerwarteten Last funktioniert.

Vorab: Rankings gibt es in diesem Beitrag fast nicht. Keine Infektionszahlen-Vergleiche, keine Geheiltenzahlen-Wettbewerbe. Solche Zahlen sind nur mit vielen Fußnoten ehrlich. Und täglich anders. Daher fokussieren wir uns sozusagen auf die Fußnoten. Beginnen wir mit dem Gesundheitssystem.

 

Das polnische Gesundheitswesen in Corona-Zeiten

Pulskurve, Bildschirm. Image by PublicDomainPictures from Pixabay

Pulskurve, Bildschirm. Image by PublicDomainPictures from Pixabay

 

Zumindest im Vergleich mit Deutschland ist das polnische Gesundheitssystem ganz offensichtlich nicht gut auf eine Pandemie vorbereitet. Im vor kurzem bei Polen.pl erschienenen Beitrag zur Digitalisierung des polnischen Gesundheitswesens finden sich einige Zahlen dazu: Bei den Strukturen und den Kapazitäten, bei der Finanzierung und beim gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen bestehen Defizite. Diese bestanden allerdings bereits schon vor dem Ausbruch der Pandemie. Sie bestehen schon lange.

 

Schlechter vorbereitet

Einige Beispiele: Es gibt wenig Krankenhausbetten, vor allem fehlen Betten in der Intensivpflege. Die Ausstattung der Krankenhäuser ist oft nicht gut. Es stehen insgesamt weniger Ärzte für die Einwohner zur Verfügung. Auch die finanziellen Ressourcen sind deutlich beschränkter als im Nachbarland Polens. Der private medizinische Sektor ist dagegen vergleichsweise stark ausgebaut. Das kann aber je nach Finanzkraft der Patienten zu einer Ungleichbehandlung führen. Inbesondere die Krankenhäuser sind unterfinanziert: Ein Symptom dafür sind die gegenwärtigen Spendenaufrufe für besonders betroffene Krankenhäuser.

Eine gute polnische Bekannte, die häufig für mehrere Monate in Deutschland arbeitet, befindet sich gerade in Deutschland. Sie sagte mir:

Während dieser Viruspandemie bin ich froh in Deutschland zu sein. Ich sehe zu, jetzt nicht nach Polen zurück zu müssen; selbst wenn ich könnte. Denn wenn ich betroffen wäre, könnte man mich im Vergleich zu Deutschland dort weniger gut behandeln.

(Pflegekraft aus Polen, die regelmäßig für längere Zeit in Deutschland arbeitet)

 

In der medizinischen Versorgung ist Luft nach oben

Zusammenfassend kann man feststellen: Die medizinische Infrastruktur in Polen ist weniger gut als in Deutschland ausgerüstet. Die Krankenhäuser und Arztpraxen sind im Allgemeinen schlechter ausgestattet. Der Zugang zu Leistungen im Gesundheitsbereich ist oft begrenzt. Und da nicht genug Geld zur Verfügung steht, entstehen immer wieder Probleme bei der Beschaffung von medizinischen Anlagen.

Bedenkt man diese Situation des polnischen Gesundheitssystems, kann man sich über die oft geäusserte Kritik am deutschen Gesundheitswesen nur wundern. Angeblich würde dieses kaputt gespart und es sei ineffizient. Im Vergleich zu Polen klingt das im ersten Moment absurd.

 

Geld und dessen Einsatz

Krankenhausbett. Image by Parentingupstream from Pixabay

Krankenhausbett. Image by Parentingupstream from Pixabay

 

Hat Deutschland zu viel eingespart?

Für ein “Kaputtsparen” gibt es in Deutschland denn auch kaum Belege. Die Gesamtausgaben für die medizinische Versorgung zum Beispiel sind laut Statistischem Bundesamt von gut 150 Milliarden Euro im Jahr 1992 auf über 350 Milliarden Euro im Jahr 2017 angestiegen. Nicht nur absolut, sondern auch relativ pro Einwohner stiegen die Gesundheitsausgaben in den letzten 25 Jahren. Gleiches gilt, wenn man die Zahlen für eine bessere Vergleichbarkeit mit Polen nur auf die gesetzliche Krankenversicherung bezieht.

Bei der Effizienz der Ausgaben in Hinblick auf die erzielte Wirkung  gibt es hingegen viel berechtigte Kritik. Etwa in Bezug auf die Digitalisierung, eine sektorenübergreifende Behandlung oder bezüglich der Arzneimittelkosten.

 

Hat Polen zu viel eingespart?

In Polen besitzt der Nationale Gesundheitsfonds (Narodowy Fundusz Zdrowia, NFZ), der eine Art zentrale Krankenversicherung ist, das primäre Budget für Gesundheit.  Die NFZ-Budgets sind online abrufbar. Demnach stiegen sie von umgerechnet gut 15 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf knapp 25 Milliarden Euro in 2020. Dies stellt, ausgehend von einem tiefen Finanzierungsniveau, ein vergleichsweise geringes Wachstum dar. Auch wenn die Zahlen nur mit Einschränkungen, etwa in Bezug auf den Effekt des privaten Sektors und die Frage, welche Kosten einbezogen werden, vergleichbar sind: In Polen ist ein “Kaputtsparen” ebensowenig zu erkennen, da die Ausgaben steigen. Aber  sie steigen sehr langsam ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Daher wird auch in Polen die Effizienz der eingesetzten knappen Finanzmittel intensiv diskutiert.

 

Das Gesundheitswesen ist zentral organisiert

Warschau, Skyline. Image by Rudy and Peter Skitterians from Pixabay

Warschau, Skyline. Image by Rudy and Peter Skitterians from Pixabay

 

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Unterschied zu Deutschland: Das polnische Gesundheitssystem ist zentral organisiert. Zumindest gilt das für den staatlichen Teil der Gesundheitsversorgung. Das “chinesische Modell” als dirigistisches Modell hat in Pandemie-Zeiten den Ruf, effizienter zu sein. Der Gedanke dahinter: Es könnte vorteilhaft sein, per Anordnung für das ganze Land feste Regeln zu schaffen. Und keinen Flickenteppich andersartiger Regeln zuzulassen – wie dies in Deutschland der Fall ist.

Behandlungen von Pandemie-Erkrankten fallen eindeutig in den Leistungsumfang des staatlichen Gesundheitssystems. Damit gilt: Polen kann bei Aktivitäten zentral “durchregieren”. Das nutzte in der polnischen Regierung der Gesundheitsminister Szumowski sehr schnell und zu einem frühen Zeitpunkt für strikte Maßnahmen. Damit unterschied sich Polen von anderen Staaten wie etwa der Türkei, die grundsätzlich ähnlich zentralistisch organisiert ist.

 

Schnelle staatliche Reaktion wegen großem Druck

Das Risiko für Polens Gesellschaft durch die Pandemie ist groß. Klar ist: Das Gesundheitswesen wird ohne Eingriff schneller kollabieren als in Deutschland.

In der Theorie hat jeder Corona-Betroffene mit ernsthafter Erkrankung Anspruch auf Versorgung. Das Problem bei einer Pandemie ist, dass die Zahl auftretender Behandlungsfälle zu hoch im Vergleich mit den zur Verfügung stehenden Behandlungskapazitäten ist. Das gilt in Deutschland wie in Polen. Entscheidend ist die Zahl der zur Verfügung stehenden Intensivpflegebetten. Ist diese geringer als der Bedarf, ergibt sich das Problem.

 

Kausalität als Ursache für staatliches Handeln

Um sich das vorzustellen, reicht ein Diagramm. Die Überlastungsgrenze (Beispiel für Intensivbetten) des Gesundheitswesens wird auf der Y-Achse abgetragen. Die Zahl der Fälle auf der X-Achse. Beeinflussen kann man kurzfristig nur die Zahl der Fälle signifikant. Die Kapazitäten im Gesundheitswesen lassen sich nicht kurzfristig nennenswert erhöhen. Man kann nur bestehende Betten für die Intensivpflege  umwidmen. Ganz klar: In Polen ist die Y-Achse kürzer als in Deutschland.*

Ergebnis: Eine Überlastung des Gesundheitswesens ist in Polen (auch pro Einwohner gerechnet) viel schneller als in Deutschland erreicht. Dabei ist die Qualität der Intensivversorgung, die begleitende Versorgung durch Haus- und Fachärzte nicht berücksichtigt. Bezieht man dies ein, ist das Risiko einer dramatischen Überlastung für Polen noch größer.

Vereinfachte Darstellung der Kapazitäten bei Intensivbetten in Polen und Deutschland

Vereinfachte Darstellung der Kapazitäten bei Intensivbetten in Polen und Deutschland

 

Schlüssige Reaktion des Staats

Kennt man dieses Risiko, versteht man auch das staatliche Handeln in Polen. Zum einen kann die Regierung direkt durchgreifen. Denn Polen ist nicht nur im Gesundheitswesen zentral organisiert. Dass das ein Vorteil sei, bestätigt der polnische Gesundheitsminister in einem Interview.

Zum anderen muss die Regierung die Verbreitung des Virus schnell stoppen. Weil die Kapazitäten viel schneller erschöpft sind. Hinzu kommen die Sorgen um die Qualität der Kapazitäten.

 

Schnell und drastisch reagiert

Wie Polen reagiert hat, ist auch in Deutschland gut bekannt. Die Grenzen in alle Nachbarländer wurden sehr früh geschlossen. Obwohl Polen erst recht spät Corona-Fälle hatte. Einreisende mussten schon Mitte März ohne Ausnahme in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Ausgangssperren sind sehr strikt: Selbst Spaziergänge im Wald sind verboten. Das Ziel ist klar: Die Menschen sollen wirklich in ihren Wohnungen bleiben.

In Deutschland sind je nach Bundesland auch Sport und Spaziergänge draußen (ohne Gruppenbildung) noch erlaubt.

In Polen erlaubt man Sport und Ausgang nur noch im direkten Wohnumfeld. Parks, Plätze, Promenaden, Strände und Boulevards sind gesperrt. Mittags zwischen 10 und 12 Uhr dürfen nur Senioren (65+) einkaufen. Geschäfte dürfen nur betreten werden, wenn die Kunden Handschuhe tragen. Wer unter 18 Jahre jung ist, darf nur mit einem Erwachsenen auf die Straße. Die Kontrollen sind streng: In Quarantäne befindliche Menschen müssen sich selbst mit einer App tracken und werden von der Polizei überprüft. Verstöße kosten zwischen etwa 1200 und 6500 Euro. Dieser Maßnahmenüberblick entspricht dem Stand am 14.4.2020.

 

Eine Sache der Familie

In Polen steht die Familie normalerweise ganz oben. Man besucht sich, man vertraut sich. Die Familie ist wichtig, und sie ist oft groß. Und vielfach leben die Generationen sehr eng beieinander.

Das ist auch historisch gewachsen: Der Staat war in Polen nicht immer verlässlich, schon gar nicht immer akzeptiert.

 

Zwei mal Risiko

Daraus erklären sich zwei Sachverhalte im Kontext der Corona-Pandemie:

  • Durch das enge Beieinanderleben der Generationen besteht ein hohes Risiko für die Übertragung des Covid-19-Virus innerhalb der Familie. Besonders hinsichtlich der mehrfach gefährdeten älteren Hochrisikogruppen ergeben sich hieraus Risiken einer schnellen Verbreitung und der Infektion besonders gefährdeter Menschen. Auch wenn Polen im Vergleich zu Deutschland weniger dicht besiedelt ist: Man besucht sich trotzdem oft. Man lebt insgesamt enger beieinander.
  • Die tatsächliche Akzeptanz staatlicher Maßnahmen kann nicht vorausgesetzt werden. Zumindest dann nicht, wenn diese nicht sehr einleuchtend sind. Oder strikt kontrolliert und sanktioniert werden.

 

Hohe Akzeptanz

Frau mit Mundschutz am Laptop. Quelle: Image by Engin Akyurt from Pixabay

Frau mit Mundschutz am Laptop. Quelle: Image by Engin Akyurt from Pixabay

 

Betrachtet man die Zahl der Verstöße oder das Leben auf den Straßen, werden die Verbote eingehalten. Es gibt Videos dazu im Netz, hier ein Beispiel aus Kolobrzeg (Kolberg), ein Touristenort an der Ostsee: Diese Ortschaften wirken fast gespenstisch.

Szumowski bezeichnet im Interview die Bürger Polens als sehr diszipliniert. Vermutlich spielen aber auch die Sanktionen eine wichtige Rolle.

Und ein gesellschaftlicher Aspekt spielt hinein: Man ist viel zu Hause. Zumindest dann, wenn die Familie ebenfalls da ist. Und: Man hat gelernt, sich mit staatlichen und anderen externen Unannehmlichkeiten zu arrangieren. Übrigens ist der Umgang mit digitalen Medien ohnehin alltäglicher als in Deutschland.

Vielleicht spielt das Investitions- und Unterstützungsprogramm der Regierung in Höhe von 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ebenfalls eine Rolle. Die 53 Milliarden Euro gehen vor allem an Unternehmen, Banken und Arbeitnehmer.

 

Technologie-Einsatz gegen die Covid-19-Ausbreitung

Zwei technologische Themen haben in Polen rund um Covid-19 für Furore gesorgt. Zum einen eine App, die die Quarantäne überwachen soll. Zum anderen ein Corona-Test aus Lublin.

Die Corona-Quarantäne-App

Bildschirmfoto Quarantäne-App im Play Store von Google

Bildschirmfoto Quarantäne-App im Play Store von Google. Quelle: https://play.google.com/store/apps/details?id=pl.nask.droid.kwarantannadomowa

 

Die App funktioniert so: Regelmäßig wird der Standort übermittelt. Und regelmäßig muss der Besitzer dazu etwa ein Bild von sich hochladen sowie Aufgaben erledigen. Innerhalb von 20 Minuten nach Aufforderung müssen diese bearbeitet sein. Die App ist Pflicht. Ansonsten verstößt man gegen die Quarantäne-Bestimmungen, was teuer wird.

Kritisiert wird an der App die technische Qualität, aber auch der Datenschutz. Die Daten sollen laut Datenschutzbestimmungen (§9, Abschnitt 11) sechs Jahre aufbewahrt werden. Da die Verwendung der App überwacht wird, bleibt spannend, ob es dazu noch zu juristischen Auseinandersetzungen kommen wird. Meine Einschätzung ist, dass eine exakt so gestaltete App in Deutschland nicht zugelassen würde.

Vom Datenschutz mal abgesehen: Beliebt ist die App im Appstore von Google und Apple nicht. Über 1,5 Sterne erreicht sie (am 13.4.2020) nicht. Das scheint aber eher auf technische Probleme zurückzugehen. Einige Nutzer bewerten die Idee als sehr gut, sich selbst in der Quarantäne zu kontrollieren. Allerdings eher als Instrument zur Selbst-Sensibilisierung.

 

Der polnische Corona-Test

Die Firma BioMaxima aus Lublin in Ostpolen hat einen Corona-Schnelltest entwickelt. Laut eigenen Angaben basiert dieser auf der Echtzeit-PCR. Bei hoher Sensitivität sei ein Ergebnis nach zwei Stunden vorliegend.

Ein darauf basierender eigener Gentest wird angekündigt. Dieser soll Corona-Infektionen auf Systemen verschiedener Hersteller nachweisen können.

In diesem Produkt wird ein wichtiger Baustein für eine weitergehende Unabhängigkeit in der Krankheitserkennung in Polen gesehen. Es ruhen große Hoffnungen darauf.

 

Polen und Corona

Wird Polen mit der Pandemie gut klar kommen?

Symbolbild Coronavirus. Image by Gerd Altmann from Pixabay

Symbolbild Coronavirus. Image by Gerd Altmann from Pixabay

 

Im Moment sieht es zum Glück danach aus. Eine schnelle Reaktion der Ministerien hat für ein unmittelbares Eindämmen der Verbreitung gesorgt. Die Strukturen der Verwaltung waren dafür hilfreich. Auch die Möglichkeiten, unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen, wurden genutzt. Der Zentralismus scheint funktioniert zu haben. Es scheint keinen Nachteil aus fehlendem Wettbewerb um gute Lösungen in den Wojewodschaften zu geben. Eher im Gegenteil. Die Reaktionen waren zielgerichtet, klar und schnell.

Polen hat damit Zeit gewonnen. Für die Vorbereitungen auf die Zeit nach den strengen Regeln.

Die Grenzschließungen und Abschottungen sollten nicht als Abkehr von europäischer Zusammenarbeit verstanden werden. Sie sind auch kein singuläres Ereignis in Europa. Gesundheitsminister Szumowski hebt dies im Interview mit der WELT hervor. Vielleicht ein Grund, dass er wie sein Amtskollege Spahn in Deutschland zurzeit  hohe Zustimmungswerte erreicht. Er wirkt souverän und planvoll.

 

Vieles ist offen, vieles geht noch besser

Natürlich ist noch vieles unsicher, vieles offen. Die scheinbaren technologischen Errungenschaften scheinen noch unausgereift. So ist die Quarantäne-Kontroll-App eine gute Idee. Sie schießt aber übers Ziel hinaus. Viele ihrer Eigenschaften sind nicht notwendig; die App scheint mit heißer Nadel ohne Blick auf Datensparsamkeit gestrickt.

Die Gesellschaft scheint mitzuspielen, was ein wenig überrascht. Auch Ostern, ein wichtiges Familienfest, lief ohne große Verstöße gegen die Regeln ab. Pfingsten wird vermutlich die nächste Herausforderung für die polnischen Familien.

 

Zeit muss genutzt werden

Schwierig ist die Situation der Krankenhäuser. Die Vorbereitungen auf eventuelle Öffnungen der Ausgangsbeschränungen sind unklar. Fraglich ist, wie lange die massiven Einschränkungen durchsetzbar sind. Im Gegensatz zur Politik in Deutschland wird wenig Rücksicht auf die Psychologie der Menschen genommen. Die Maßnahmen werden oft erst nachträglich erklärt. Die Argumentation lautet meist: Der Zweck heiligt die Mittel.

Auch wenn der Gesundheitsminister die Notwendigkeiten zurzeit noch vermitteln kann, so wird dies nicht endlos möglich sein. Dennoch: Der Druck auf die Fortführung der Einschränkungen ist groß. Denn das Gesundheitssystem ist fragil.

 

Nachtrag am 18.4.2020: Im DIALOG FORUM wurde ein lesenswerter Beitrag von Kaja Puto veröffentlicht. Darin wird neben dem Umgang mit Corona aus gesundheitlicher und gesellschaftlicher Sicht noch ein Thema adressiert: Die politische Dimension.

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Quellenangaben:

Gesundheitsausgaben in Deutschland, Destatis. (Fundstelle 12.4.2020, https://www-genesis.destatis.de/ oder https://www.destatis.de/DE/Presse/ sowie http://www.gbe-bund.de/)

Artikel Unterfinanzierung Krankenhäuser, Deutschlandfunk (Artikel vom 3.2.2020, Fundstelle 12.4.2020, https://www.deutschlandfunk.de/)

Budgets des polnischen NFZ (Fundstelle 12.4.2020, https://www.nfz.gov.pl/bip/finanse-nfz/)

Maßnahmen Polens für Einreisende (Fundstelle, 13.4.2020, https://www.gov.pl/web/deutschland/)

Maßnahmen Polens (Fundstelle 13.4.2020, https://www.gov.pl/web/koronawirus/kolejne-kroki)

Interview mit Lukasz Szumowski in der WELT am 9.4.2020 (Fundstelle 9.4.2020, https://www.welt.de/politik/ausland/)

Maßnahmen in Polen im März und im April, Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer (Fundstelle 13.4.2020, https://ahk.pl/aktuelle-lage-zum-corona-virus-in-polen)

Polnische Quarantäne-App (Fundstelle 13.4.2020, https://www.gov.pl/web/cyfryzacja/)

Datenschutzregeln zur Corona-App in Polen (Fundstelle 13.4.2020, https://www.gov.pl/attachment/0e28593f-46f3-4460-9b3c-a00b909ffb18)

Pressemeldung der Firma BioMaxima zum Corona-Test (Fundstelle 13.4.2020, https://biomaxima.com/13-aktualnosci.html)

 

*Darstellung der Intensivbetten: Die Grafik ist stark vereinfacht. Sie basiert auf folgenden Annahmen: Rund 75% der Intensivbetten sind typischerweise sowieso belegt. In Polen gibt es knapp 10.200 reguläre Intensivbetten, in Deutschland rund 28.000. Quelle u.a.: WELT, Das Betten-Dilemma vom 25.3.2020, Fundstelle (Anmelde- und kostenpflichtig: https://www.welt.de/…Artikel Betten-Dilemma)

Aktuelle Informationen zum Stand haben wir im Corona-Polenreise-Beitrag verlinkt.

Anmerkung:

Der Autor ist ehrenamtlich in der deutsch-polnischen Städtepartnerschaft aktiv. Der Spendenaufruf wurde auch von ihm (auf Wunsch) weitergegeben. Er ist weiterhin im IT- und Gesundheitsbereich tätig.

 

 

Jens kümmert sich bei Polen.pl heute vor allem um die technische Basis der Internetseite. Gemeinsam mit Bartek rief er Polen.pl ins Leben und war viele Jahre Polen.pl e.V.-Vorstandsvorsitzender. Seine Themen sind Digitalisierung, Gesundheitswesen und Verständigung. Seit der Teilnahme an einem Deutsch-Polnischen Begegnungsprojekt im Jahre 1995 ist er begeistert von Polen. Sein Lieblings-Urlaubsort ist Kolobrzeg (Kolberg/Polen), wohin er seit vielen Jahren auch familiäre Bindungen pflegt. Marathonlaufen, Winter- und Wassersport sind sein Ausgleich zum Alltag. (E-Mail: jens@polen.pl)

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