Die Darstellung des Lebens von Migrantinnen und Migranten in ihren Aufnahmeländern tendiert zu bikulturellen Engführungen, was der multiethnischen Realität von Industriemetropolen nicht gerecht wird, insbesondere im Niedriglohnsektor in London. Der Vortrag schlägt vor, nach 2004 entstandene Migrantenliteratur als Antidotum zu solchen bikulturellen Restriktionen zu sichten. Unternommen werden soll dabei eine vergleichende Lektüre von literarischen Imaginationen der Interaktionen mit anderen Migrantengruppen in Großbritannien und Irland.

Polen unter anderen. Literatur und globale Migration

Datum/Zeit
Date(s) - 22/10/2020
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Villa Lingner

Kategorien


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde Mittel- und Osteuropas,

wir möchten Sie recht herzlich zu unserer in Kooperation mit der
Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) organisierten
Veranstaltung mit dem Titel

„Polen unter anderen. Literatur und globale Migration“

einladen, welche am

Donnerstag, den 22.10.2020, um 19:00 Uhr

in der Villa Lingner, Leubnitzer Str. 30, 01069 Dresden, stattfinden wird.

Wir sind höchst erfreut, den Vorsitzenden des Deutschen Slavistenverbandes,

Prof. Dr. Dirk Uffelmann,

Justus-Liebig-Universität Giessen,

an diesem Abend in unserem Hause begrüßen zu dürfen.

Zum Thema:

Die Darstellung des Lebens von Migrantinnen und Migranten in ihren
Aufnahmeländern tendiert zu bikulturellen Engführungen, was der
multiethnischen Realität von Industriemetropolen nicht gerecht wird,
insbesondere im Niedriglohnsektor in London. Der Vortrag schlägt vor,
nach 2004 entstandene Migrantenliteratur als Antidotum zu solchen
bikulturellen Restriktionen zu sichten. Unternommen werden soll dabei
eine vergleichende Lektüre von literarischen Imaginationen der
Interaktionen mit anderen Migrantengruppen in Großbritannien und Irland.

Auf der einen Seite stehen polnische Texte über Begegnungen von
polnischen Arbeitsmigrantinnen und ‑migranten mit Vertreterinnen und
Vertretern anderer osteuropäischer oder außereuropäischer Ethnien, auf
der anderen osteuropäische Verarbeitungen der Präsenz von Polen auf
den britischen Inseln. Das Corpus besteht aus Texten, die nach dem
EU-Beitritt Polens entstanden sind. Unter den betrachteten polnischen
Verfasserinnen und Verfassern sind A.M. Bakalar, Gosia Brzezińska,
Grzegorz Kopaczewski, Daniel Koziarski, Adam Miklasz, Jarek Sępek und
Daniel Zuchowski, unter den osteuropäischen Marina Lewycka und
Aleksandrs Ruģēns (alias Vilis Lācītis alias William B. Foreignerski),
unter den einschlägigen Black Britons Mike Phillips und Kwame
Kwei-Armah.

Alle zu untersuchenden Texte verbinden Dreieckskonstellationen – seien
diese lettisch-polnisch-pakistanisch, ukrainisch-polnisch-malawisch
oder polnisch-ghanaisch-pakistanisch. Sie tragen damit eine spannende
Komplexität in die binneneuropäischen Minimalpaare Briten vs. Polen
oder Iren vs. Polen hinein, ob zum Guten oder Schlechten: Die
postkommunistische Migration und die Nachwirkungen einer früheren
postkolonialen Immigration auf die britischen Inseln interagieren,
indem Animositäten aufbrechen und Allianzen neu entstehen. Die
bizarren Überlappungen von Stereotypisierungen und praktizierter
Solidarität unterlaufen dabei jegliche universelle ethische Matrix in
einer nur scheinbar überall gleichen dekolonialen Welt.

Der Referent Prof. Dr. Dirk Uffelmann wird uns all dies im Rahmen
seines Referates näherbringen. Wir erwarten seinen Vortrag mit großem
Interesse.

Corona Hinweise:

Vor dem Hintergrund der immer noch andauernden Corona-Krise müssen wir
weiterhin gewisse Spielregeln einhalten:

Es wird eine _maximale Kapazität von 30 Plätzen_ bereitgestellt.

Zutritt wird nur bei durch das Institut _bestätigter Anmeldung_
gewährt. Die Bestätigung erfolgt nach der _Reihenfolge der Anmeldungen_.

Weiterhin wird im Eingangsbereich durch DOI-Mitarbeiter die
_Hand-Desinfektion_ aller Gäste durchgeführt.

_Kein Zutritt bei Erkältungssymptomen_.

Bitte beachten Sie auch, dass im Freistaat Sachsen weiterhin die
_Abstandsregel_ gilt und diese auch in unserem Institut möglichst
eingehalten werden muss.

Wir bitten um Verständnis und Einhaltung der Regelungen.

Die Eintrittsspende liegt bei 4,00 EUR. Für Mitglieder des DOI oder
DISUD ist der Eintritt frei. Studenten oder Mitarbeiter der TU Dresden
erhalten für 2,00 EUR ermäßigten Eintritt.

Wir würden uns freuen, Sie an diesem Abend in unserem Hause begrüßen
zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag

Nadine Friedrich


Dresdner Osteuropa Institut e.V.

Telefon: (0351)-41746661
info@doi-online.org
www.doi-online.org

Postfach 320117
01014 Dresden

Anna studierte in Münster und Regensburg Vergleichende Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft und Geschichte mit den Schwerpunkten Polen und Frankreich. Außerdem interessiert sie sich sehr für Russland. Zahlreiche, teilweise längere Aufenthalte in Polen, vor allem Praktika in Warschau, brachten ihr Sprache, Land und Leute näher. Bei Polen.pl kümmert sie sich gemeinsam mit Jutta und Simon um die allmonatliche deutsch-polnische Terminübersicht Co się dzieje und schreibt in den Rubriken Kultur, Gesellschaft und Politik. (Email: anna@polen.pl)

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