MR. JONES / RED SECRET. IM FADENKREUZ STALINS

Datum/Zeit
Date(s) - 21/06/2022
17:30 - 20:30

Veranstaltungsort
Kino am Markt

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Im Rahmen einer Filmreihe zum Thema “WAR – WOJNA – ВІЙНА: FILME GEGEN DEN KRIEG”

Im Rahmen einer Filmreihe zum Thema “WAR – WOJNA – ВІЙНА: FILME GEGEN DEN KRIEG”, präsentiert das Aleksander-Brückner-Zentrum, Polnisches Institut Berlin Filiale Leipzig und Puschkino den Film MR. JONES / RED SECRET. IM FADENKREUZ STALINS
UK/PL/UA 2019, R: Agnieszka Holland, 119 min, FSK 16

Mit anschließender Diskussion mit Gabriela Lehmann-Carli (Halle) und Immo Rebitschek (Jena), Moderation: Lukas Vogel (Halle)

7. Juni 2022 I 17:30 Uhr I Puschkino Halle I 21. Juni 2022 I 19:00 Uhr I Kino am Markt Jena

Wir schreiben die frühen Dreißigerjahre. Im Kreml regiert Josef Stalin mit eiserner Hand und nicht nur im eigenen Land hat er seine Bewunderer. Die sowjetischen Reformprogramme scheinen Wohlstand zu bringen. Aber ist die Modernisierungskampagne wirklich so genial, wie es die Staatspropaganda glauben machen will? Der junge und etwas blauäugige Brite Gareth Jones macht sich auf den Weg, um es von Stalin in einem Interview persönlich zu erfahren. Schnell merkt er, dass in Moskau bei weitem nicht alles Gold ist, was glänzt. Der Geheimdienst beschnüffelt jeden In- und Ausländer, die Vertreter der internationalen Presse und Diplomatie verkriechen sich in ihrem Luxushotel und nur hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass sich hinter der Fortschrittskampagne ein schreckliches Verbrechen verbirgt – ein Völkermord an den Ukrainern, denen ihre landwirtschaftlichen Erträge genommen werden und die mitten in der Kornkammer des sowjetischen Reiches verhungern.
Agnieszka Holland beschreibt in eindrücklichen, auch für Geschichts-Laien verständlichen Bildern nicht nur den ukrainischen Holodomor 1932/33, sondern auch das enge Geflecht aus Scheinheiligkeit und Affirmation, mit dem die internationale Gemeinschaft den Massenmord und sein langes Totschweigen erst ermöglichte. Damit liefert sie eine nahezu prophetische Blaupause für das aktuelle Geschehen im Osten Europas. Nebenher erlaubt sich die Regisseurin einige Referenzen an das Kino der Zwischenkriegszeit und setzt jenen Journalisten ein Denkmal, die für die Wahrheit ihr Leben riskieren.

Die internationale Koproduktion „Obywatel Jones“ wurde 2019 auf dem Polnischen Spielfilm-Festival in Gdynia mit den Goldenen Löwen für den besten Film ausgezeichnet. Eine Vorführung des Films durch die Menschenrechtsorganisation Memorial im Herbst 2021 in Moskau musste nach Störungen maskierter Männer abgebrochen werden.

Hier geht es zum Trailer.

Weitere Informationen zu der Filmreihe gibt es hier.