GESCHICHTENSAMMLER_IN

Datum/Zeit
Date(s) - 11/11/2022 - 09/12/2022
18:00

Veranstaltungsort
Krakauer Haus

Kategorien


Ausstellung und Podiumsdiskussion

Janusz Dąbkiewicz. Kaja Gliwa. Bartek Zdunek. Małgorzata Swaryczewska-Krzakiewicz. Paweł Brożyński.

Ausstellungseröffnung im Krakauer Haus
Freitag, 11.11. um 18.00 Uhr

Podiumsdiskussion im Germanischen Nationalmuseum
Samstag, 12.11. um 16.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 11.11. – 9.12.2022

Die Ausstellung von Janusz Dąbkiewicz mit dem Titel Geschichtensammler_in ist in der Geschichte des Kulturaustausches zwischen Polen und Deutschland das erste künstlerische Projekt, das die Parallelität zwischen den historischen Gestalten Izabela Czartoryska und Hans von und zu Aufseß thematisiert – zwei Begründer von Museen, die für ihr jeweiliges Land essenziell sind.

Die Anfänge des Projektes reichen ins Jahr 2011 zurück, als Janusz Dąbkiewicz die leeren Räume des Czartoryski-Museums in Krakau fotografierte, das gerade für Bauarbeiten vorbereitet wurde. Als 2019 die Umbauarbeiten und die Neuorganisation der Sammlungen abgeschlossen waren, kam der Fotograf wieder hierher und dokumentierte das erneuerte Museum. Aus der Komposition beider Fotoserien entstand das Fotoalbum XX. Xiążęta [XX. Die Fürsten], das 2021 von der Stiftung SPLOT herausgegeben wurde.

Auf der Suche nach einer Form, mit der dem deutschen Publikum die Geschichte von Izabela Czartoryska und dem von ihr initiierten Museum vermittelt werden kann, stieß das Kuratoren-Team gemeinsam mit dem Autor auf die Gestalt Hans von und zu Aufseß. Der in Nürnberg gut bekannte von Aufseß, einer der Väter des deutschen Museumswesens, Gründer und erster Direktor des Germanischen Nationalmuseums, überraschte den Künstler und die Kuratoren mit seiner Multiaspektivität, seiner Mehrdeutigkeit, vor allem aber mit der Parallelität zur historischen Gestalt der Izabela Czartoryska.

Die Ausstellung im Krakauer Haus zeigt vor allem Fotos und Filme von Janusz Dąbkiewicz, auf denen die Gebäude und Sammlungen des Czartoryski-Museums in Krakau und des Germanischen Museums in Nürnberg abgebildet sind. Die fotografischen Bilder des Künstlers sind ein faszinierendes Studium der Morphologie dieser Institutionen, obwohl über die Form der Ausstellung in erster Linie das narrative, geradezu poetische Temperament entschieden hat, das Izabela und Hans gemein ist. Inspiriert von dieser Beobachtung beschloss Janusz Dąbkiewicz, eine vielschichtige Geschichte über Czartoryska, über von Aufseß, über Vergangenheit und Zukunft des Museums, und auch über seine eigenen Erfahrungen beim Besuch der faszinierenden und gleichzeitig einschüchternden Räume beider Museen zu erzählen. Deshalb werden die visuellen Bilder von literarischen Bildern begleitetet: von Zitaten, bei denen das lyrische Porträt des römischen Gottes Janus von Ovid eine besondere Rolle spielt, denn darauf basiert die Lesart von Czartoryska-Aufseß als Janusgesicht.

Das Projekt wird in einer Podiumsdiskussion mit Janusz Dąbkiewicz und deutschen Historikern und Kuratoren: Sarah Fetzer, Paweł Brożyński gipfeln. Ziel ist es, eine polnisch-deutsche Debatte über die Gemeinsamkeiten und Parallelen von Izabela Czartoryska und Hans von Aufsess zu initiieren.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Krakauer Hauses.