Die „Freunde“ als Buchverlag – Warum veröffentlicht die Martin-Opitz-Bibliothek Bücher?

Datum/Zeit
Date(s) - 28/11/2019
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort
Martin-Opitz-Bibliothek

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In den Anfangsjahren hat die Martin-Opitz-Bibliothek Bücher wie die Geschichte Preußens von Stanisław Salmonowicz oder zwei Bände über Martin Opitz herausgegeben, doch ließen der Personalstand und die Haushaltsmittel diese Verlagstätigkeit nicht zu. Seit 2012 hat deshalb der Förderverein Herstellung und Herausgabe der Bücher von der Redaktion bis zur Druckvorlage übernommen. Um die Herstellungskosten zu refinanzieren, werden die Bände gegen eine Schutzgebühr abgegeben.

Der Vorsitzende des Fördervereins stellt die Bücher vor, die der Verein für die Martin-Opitz-Bibliothek herausgibt. Im Zentrum stehen dabei zwei Buchreihen: „Erinnerung und Biographie der Deutschen aus Polen“ und „Beiträge zur Geschichte der Deutschen in Polen und der deutsch-polnischen Beziehungen“, die anfangs zusammen mit der Kommission für Geschichte der Deutschen in Polen herausgegeben wurde. Der Schwerpunkt liegt bislang auf Veröffentlichungen aus dem Kreis der deutschen Minderheiten in Polen in der Zwischenkriegszeit, was damit zusammenhängt, dass die Martin-Opitz-Bibliothek mit dem „Galiziendeutschen Archiv“ und dem „Archiv der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien“ die beiden zentralen, nach 1945 von den Betroffenen zusammengetragenen Sammlungen übernommen hat und weiterführt.

Es sind Themen, die im Verlagsbuchhandel keine Chance haben, aber durchaus Interesse finden, wenn auch oft mit Verzögerung. Die Erweiterung auf weitere Sammelregionen und Sammlungsthemen der Martin-Opitz-Bibliothek ist möglich, wie weit sie gewünscht wird, kann die Diskussion zeigen.

Referent: Dr. Wolfgang Kessler, ansässig in Viersen, studierte osteuropäische Geschichte und Slavistik an der Ruhr-Universität Bochum bis zur Magisterprüfung 1973. Dieser folgte 1978 seine Promotion an der Universität Düsseldorf. Außerdem war Kessler in den Jahren 1973/74 und 1979-89 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Hochschulassistent an den Universitäten Köln, Düsseldorf und Marburg angestellt. Nach seiner Tätigkeit als Bibliothekar der Bücherei des deutschen Ostens (1976-1979) folgte schließlich die Anstellung als Direktor der Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek 1989-2011.