Datum/Zeit
Date(s) - 23. Juni 2026
20:00 - 22:00
Veranstaltungsort
Polnisches Institut Leipzig
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zu Gast: Tola Jasionowska (Regisseurin)
Das 5.000-Seelen-Nest Sejny liegt im äußersten Nordosten Polens, kurz vor der Grenze zu Litauen. Die dünn besiedelte Umgebung voller Seen, Felder und Wälder ist zwar idyllisch, aber für junge Leute hat die kleinste Kreisstadt Polens nicht viel zu bieten – zum Beispiel für die 20-jährige Łucja (Weronika Humaj), die es sich mit ihrer Klarinette in der provinziellen Ereignislosigkeit eingerichtet hat. Das örtliche Klezmer-Orchester fragt zwar immer mal wieder an, ob Łucja nicht in der Weißen Synagoge mitspielen wolle, aber die musiziert lieber für sich alleine.
Überhaupt weiß sie nicht so richtig, was sie mit sich anfangen soll. Eine Ausbildung zur Kindergärtnerin? Ein Studium? Łucja kann sich nicht entscheiden und hält sich vorerst mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Musik als Beruf kommt für sie nicht in Frage. Doch dann kehrt ein geheimnisvoller Mann (Andrzej Chyra) nach 20 Jahren wieder nach Sejny zurück und mit ihm tauchen Fragen auf. Weiß er etwas über die Vergangenheit ihrer Familie, was ihr bisher verheimlicht wurde? Łucja beginnt auf eigene Faust zu forschen und deckt Verschwiegenes auf – nicht nur über die vielen Frauen ihrer Familie, sondern auch über sich selbst.
Die Schauspielerin, Psychologin und Dozentin Tola Jasionowska erzählt in ihrem Langfilm-Debüt voller Musik parabelhaft am Beispiel eine Coming-of-Age-Geschichte von der Suche nach Wurzeln, um die eigene Identität zu definieren. Dabei porträtiert sie mit Podlachien auch eine Region, die bis heute sichtbar vom Aufeinandertreffen jüdischer, christlicher und orthodoxer Kultur geprägt ist – und einen Ort, an dem vor dem Zweiten Weltkrieg ein Viertel der Bevölkerung jüdisch war.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=BoJgTFsONkk
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig im Rahmen der Jüdischen Woche in Leipzig
